Bildung ist Sache von Fachleuten

Dieser Leserinnenbrief von Regula Hunziker erschien in der Ausgabe des Birsfelder Anzeigers vom 3. Juni 2016.

Mit Ihrem Sturmlauf gegen Sammelfächer und gegen den Lehrplan 21 wird die Bildung an sich gefährdet. Ziel ist in beiden Fällen, den Bildungsrat zu entmachten und in Zukunft Bildungspläne und -inhalte nicht vom Bildungsrat, sondern vom Landrat zu beraten und zum Teil beschliessen zu lassen. Das Sprichwort „Zu viele Köche verderben den Brei“ ist ja wohl bekannt, wenn aber der Brei von Leuten zubereitet werden soll, die vom Kochen keine Ahnung haben, so ist das beängstigend. Bei Annahme der Vorlagen sollen dann die Politiker des Landrats helfen Lehrpläne zu entwerfen, Schulbücher zu genehmigen und, wenn es im Sinne der Initianten läuft, den Lehrplan 21 abzublocken. Der Lehrplan 21, ein Projekt von 21 beteiligten Kantonen soll die Bildung koordinieren. Ist das falsch? Wieso Sammelfächer kostentreibend sein sollen, ist bis dato nicht bekannt. Wie in allen Schulfächern, ist es nicht das Schulsystem oder die Stundentafel, sondern die Lehrperson, die für guten und fachlich vertieften Unterricht entscheidend ist. Stimmen Sie, wie die Mitglieder der kantonalen SchulratspräsidentInnenkonferenz Nein zur Politisierung der Bildung und deshalb NEIN zu den Initiativen „Einführung Lehrplan 21“, und „Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer“.

— Regula Hunziker, Schulratspräsidentin, SP