Mogelpackungen haben (fast nichts) genützt

Dieser Leserbrief von Heiner Lenzin erschien in der Ausgabe des Birsfelder Anzeigers vom 10. Juni 2016.

Gut 39 % der StimmbürgerInnen von Birsfelden haben sich an den Abstimmungen vom vergangenen Wochenende beteiligt. Im Vergleich zu anderen Abstimmungen ist das keine schlechte Wahlbeteiligung, angesichts der Tragweite einiger Vorlagen und angesichts des Stolzes, den wir auf unsere Demokratie haben, ist das aber kein Grund für Euphorie.

Bedenklich bei diesen Abstimmungen waren zum Teil die Titel der Vorlagen, wie „Pro Service public“ oder „Einführung Lehrplan 21“. Bei einer Annahme der Vorlagen wäre in diesen Fällen nämlich der Sevice public geschwächt resp. der Lehrplan 21 eventuell gar nicht eingeführt worden. Die StimmbürgerInnen liessen sich aber zum Glück nicht beirren und nur der Titel „Gegen kostentreibende Sammelfächer“ hat offenbar verfangen und die Vorlage wurde angenommen. Diese Annahme wird sich nun aber leider in Zukunft als sehr kostentreibend zeigend, muss doch jetzt der Kanton Basel-Landschaft eigene Lehrmittel erstellen und für gewisse Fächer eine Sonderausbildung an der PHNW für Lehrpersonen verlangen und finanzieren. Dies war wohl vielen JA-Stimmenden nicht bewusst, auch wenn wohl allgemein eine gewisse Skepsis gegenüber Sammelfächern besteht.

Seit Mai 2015 ist Heiner Lenzin Präsident der SP Birsfelden. Er ist Biologe, Lehrer und in der Bau- & Planungskommission von Birsfelden.