Die Qual der Wahl

Nur strahlende Gesichter begleiten mich zurzeit durch den Tag. Sie lĂ€cheln mir von unzĂ€hligen Plakaten aus zu. Auch bereits am frĂŒhen Morgen, wenn die meisten Menschen mit dem Handy vor der Nase im Tram oder Bus zur Arbeit fahren.

Im ganzen Kanton gibt es ĂŒber 600 Kandidierende fĂŒr 90 Sitze im Landrat. Das Gerangel ist gross und die Chance gewĂ€hlt zu werden klein. Alle lĂ€chelnden Gesichter auf den Plakaten engagieren sich fĂŒr eine Partei, eine Sache, haben Visionen und möchten gewĂ€hlt werden. Sie prĂ€sentieren sich auf der Strasse, in den Medien, schreiben Leserbriefe oder Kolumnen und machen so auf sich aufmerksam.

Die Auswahl ist enorm. FĂŒr welche Partei oder Person entscheide ich mich? WĂ€hle ich jene mit dem hĂŒbschesten LĂ€cheln oder der schönsten Frisur? Gebe ich nur Frauen meine Stimme? Soll ich quer durch die Parteienlandschaft wĂ€hlen? Gebe ich einer bestimmten Partei meine Stimme und kumuliere meine Favoriten? Oder gehe ich am Schluss gar nicht wĂ€hlen?

Letzteres ist keine gute Idee, obwohl bei der FĂŒlle der Auswahl die Versuchung gross ist, das Wahlkuvert im Altpapier zu entsorgen. Ich auf jeden Fall nutze die Möglichkeit mitzubestimmen, wer unseren Kanton in den nĂ€chsten vier Jahren prĂ€gen soll.

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