Nein zur USR III, Nein zum Sparen bei der Bildung

Dieser Leserinnenbrief von Barbara Ortega, Präsidentin des Schulrats, zur Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform III vom 12. Februar 2017 erschien im Birsfelder Anzeiger vom 27. Januar 2017.

Der Bildung in der Deutschschweiz wurde seit 2013 eine Milliarde entzogen. Auf allen Schulstufen musste es deshalb zum Abbau der Unterrichts- und Anstellungsbedingungen kommen. Die Unternehmenssteuerreform USR III ist das grösste Steuergeschenk für Firmen aller Zeiten in der Schweiz. Die ursprünglich richtige Idee, Sonderregelungen für Hauptsitze multinationaler Konzerne oder Rohstoffhändlern abzuschaffen, war richtig. Was aber das nationale Parlament aus dieser Vorgabe gemacht hat, führt zu neuen und undurchsichtigen Steuerschlupflöchern.

Viele Gemeinden haben schon mögliche Konsequenzen vorgestellt. Viele davon betreffen die Bildung und die Erziehung. Die Annahme der USR III würde der Bildung in der Schweiz einen weiteren harten Schlag versetzen. Bildung ist der wichtigste Rohstoff unseres Landes. Sie entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg und den Wohlstand unseres Landes. Wenn Unternehmen sich ansiedeln und behaupten sollen, so brauchen sie genügend ausgebildete Fachleute.

Die Schweiz zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Volksschule, ein erfolgreiches duales Bildungssystem und hervorragende Hochschulen aus. Diesen Vorteil dürfen wir nicht durch Steuergeschenke an Aktionäre verspielen. Nur keine Bildung ist teurer als Bildung. Deshalb am 12. Februar NEIN zur Unternehmenssteuerreform III.

Mogelpackungen haben (fast nichts) genützt

Dieser Leserbrief von Heiner Lenzin erschien in der Ausgabe des Birsfelder Anzeigers vom 10. Juni 2016.

Gut 39 % der StimmbürgerInnen von Birsfelden haben sich an den Abstimmungen vom vergangenen Wochenende beteiligt. Im Vergleich zu anderen Abstimmungen ist das keine schlechte Wahlbeteiligung, angesichts der Tragweite einiger Vorlagen und angesichts des Stolzes, den wir auf unsere Demokratie haben, ist das aber kein Grund für Euphorie.

Bedenklich bei diesen Abstimmungen waren zum Teil die Titel der Vorlagen, wie „Pro Service public“ oder „Einführung Lehrplan 21“. Bei einer Annahme der Vorlagen wäre in diesen Fällen nämlich der Sevice public geschwächt resp. der Lehrplan 21 eventuell gar nicht eingeführt worden. Die StimmbürgerInnen liessen sich aber zum Glück nicht beirren und nur der Titel „Gegen kostentreibende Sammelfächer“ hat offenbar verfangen und die Vorlage wurde angenommen. Diese Annahme wird sich nun aber leider in Zukunft als sehr kostentreibend zeigend, muss doch jetzt der Kanton Basel-Landschaft eigene Lehrmittel erstellen und für gewisse Fächer eine Sonderausbildung an der PHNW für Lehrpersonen verlangen und finanzieren. Dies war wohl vielen JA-Stimmenden nicht bewusst, auch wenn wohl allgemein eine gewisse Skepsis gegenüber Sammelfächern besteht.

Bildung ist Sache von Fachleuten

Dieser Leserinnenbrief von Regula Hunziker erschien in der Ausgabe des Birsfelder Anzeigers vom 3. Juni 2016.

Mit Ihrem Sturmlauf gegen Sammelfächer und gegen den Lehrplan 21 wird die Bildung an sich gefährdet. Ziel ist in beiden Fällen, den Bildungsrat zu entmachten und in Zukunft Bildungspläne und -inhalte nicht vom Bildungsrat, sondern vom Landrat zu beraten und zum Teil beschliessen zu lassen. Das Sprichwort „Zu viele Köche verderben den Brei“ ist ja wohl bekannt, wenn aber der Brei von Leuten zubereitet werden soll, die vom Kochen keine Ahnung haben, so ist das beängstigend. Bei Annahme der Vorlagen sollen dann die Politiker des Landrats helfen Lehrpläne zu entwerfen, Schulbücher zu genehmigen und, wenn es im Sinne der Initianten läuft, den Lehrplan 21 abzublocken. Der Lehrplan 21, ein Projekt von 21 beteiligten Kantonen soll die Bildung koordinieren. Ist das falsch? Wieso Sammelfächer kostentreibend sein sollen, ist bis dato nicht bekannt. Wie in allen Schulfächern, ist es nicht das Schulsystem oder die Stundentafel, sondern die Lehrperson, die für guten und fachlich vertieften Unterricht entscheidend ist. Stimmen Sie, wie die Mitglieder der kantonalen SchulratspräsidentInnenkonferenz Nein zur Politisierung der Bildung und deshalb NEIN zu den Initiativen „Einführung Lehrplan 21“, und „Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer“.

— Regula Hunziker, Schulratspräsidentin, SP

Angst vor Sammelfächern?

Dieser Leserinnenbrief zu den Bildungsvorlagen vom 5. Juni 2016 von Regula Meschberger erschien in der Ausgabe des Birsfelder Anzeigers vom 13. Mai 2016.

Im Bildungsgesetz sollen alle Fächer, die in der Sekundarschule unterrichtet werden, einzeln aufgezählt werden. Darüber stimmen wir am 5. Juni ab.

Das ist unsinnig. Damit werden die Schulen ihrer Handlungsfähigkeit beraubt. Ein Fach wie Biochemie wäre dann nicht mehr möglich, obwohl dieses seit Jahren mit Erfolg unterrichtet wird.

Weiterführende Schulen, wie auch die Berufsschulen setzen vernetztes Denken voraus. Die Welt ist komplexer geworden. Einzelwissen bringt uns nicht mehr weiter. Wir müssen Zusammenhänge erkennen können. Fächerverbünde sind dafür eine ideale Voraussetzung.

Wenn die Befürworter dieser Gesetzesänderung behaupten, die Einführung von Sammelfächern koste viel Geld, verschweigen sie, dass der Verzicht darauf viel teurer kommt. Denn dann müssten für den Kanton Baselland separate Ausbildungsgänge an der Pädagogischen Hochschule geschaffen werden. Die übrigen Kantone des Bildungsraums Nordwestschweiz befürworten nämlich Fächerverbünde oder haben sie bereits eingeführt. Ein Alleingang unseres Kantons würde also unnötig Steuergelder verschlingen.

Sagen wir deshalb klar NEIN zur Bildungsgesetzänderung, die Sammelfächer verhindern will.

Der Volksschullehrplan gehört nicht in den Landrat

Leserinnenbrief von Regula Meschberger zu den kantonalen Bildungsvorlagen vom 5. Juni 2016

Am 5. Juni stimmen wir darüber ab, ob der Lehrplan 21 vom Landrat genehmigt werden muss. Es geht also nicht grundsätzlich darum, dass Lehrpläne vom Landrat beschlossen werden, es geht nur um den Lehrplan 21. Dieser soll „abgeschossen“ werden. Das ist bei den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen im Landrat völlig klar.

Sollte dieser Fall eintreten, hätten wir ein totales Chaos. In der Primarschule ist der Lehrplan 21 nämlich schon eingeführt. Da die Primarschule nun 6 Jahre dauert, müsste dort ein neuer Lehrplan ausgearbeitet werden. Das würde mehrere Hunderttausend Franken kosten und mehrere Jahre dauern. Und was gilt in dieser Zeit?

Zudem würde sich der Kanton Baselland aus der Bildungsharmonisierung verabschieden. Die Harmonisierung im Bildungswesen wollte aber eine überwältigende Mehrheit der Stimmenden in unserem Kanton.

Lassen wir die Zuständigkeit für die Lehrpläne beim Bildungsrat und sorgen dafür, dass unsere Schule nicht zum Spielball der Politik wird. Wir sagen deshalb am 5. Juni nein zu dieser Bildungsgesetzesänderung.

Am 5. Juni 2016 stimmen wir unter anderem über zwei Änderungen am Bildungsgesetz ab. Die SP lehnt diese beiden Vorlagen ab, weil sie die Bildung politisieren. So will die erste Änderung des Bildungsgesetzes („Einführung Lehrplan 21“) dem Landrat die Kompetenz geben, über Lehrpläne zu entscheiden. Diese muss aber weiterhin beim Bildungsrat bleiben.

Die zweite Änderung („Verzicht auf kostentreibende Sammelfächer“) will Sammelfächer verbieten. Dabei greift sie aber wiederum in die Kompetenz des Bildungsrates ein, der die Stundenpläne für die Schulen erstellt. Es gibt keinen Bildungsabbau durch Sammelfächer, vielmehr wird vernetztes Denken gefördert und interdisziplinäres Arbeiten ermöglicht. Der Bildungsrat muss denn auch nicht Sammelfächer einführen, sondern er hat die Möglichkeit dazu.

Auführliche Argumente gibt es auf der Webseite des Komitees:

Bildungs-Chaos Nein