Angst vor Sammelfächern?

Dieser Leserinnenbrief zu den Bildungsvorlagen vom 5. Juni 2016 von Regula Meschberger erschien in der Ausgabe des Birsfelder Anzeigers vom 13. Mai 2016.

Im Bildungsgesetz sollen alle Fächer, die in der Sekundarschule unterrichtet werden, einzeln aufgezählt werden. Darüber stimmen wir am 5. Juni ab.

Das ist unsinnig. Damit werden die Schulen ihrer Handlungsfähigkeit beraubt. Ein Fach wie Biochemie wäre dann nicht mehr möglich, obwohl dieses seit Jahren mit Erfolg unterrichtet wird.

Weiterführende Schulen, wie auch die Berufsschulen setzen vernetztes Denken voraus. Die Welt ist komplexer geworden. Einzelwissen bringt uns nicht mehr weiter. Wir müssen Zusammenhänge erkennen können. Fächerverbünde sind dafür eine ideale Voraussetzung.

Wenn die Befürworter dieser Gesetzesänderung behaupten, die Einführung von Sammelfächern koste viel Geld, verschweigen sie, dass der Verzicht darauf viel teurer kommt. Denn dann müssten für den Kanton Baselland separate Ausbildungsgänge an der Pädagogischen Hochschule geschaffen werden. Die übrigen Kantone des Bildungsraums Nordwestschweiz befürworten nämlich Fächerverbünde oder haben sie bereits eingeführt. Ein Alleingang unseres Kantons würde also unnötig Steuergelder verschlingen.

Sagen wir deshalb klar NEIN zur Bildungsgesetzänderung, die Sammelfächer verhindern will.

Der Volksschullehrplan gehört nicht in den Landrat

Leserinnenbrief von Regula Meschberger zu den kantonalen Bildungsvorlagen vom 5. Juni 2016

Am 5. Juni stimmen wir darüber ab, ob der Lehrplan 21 vom Landrat genehmigt werden muss. Es geht also nicht grundsätzlich darum, dass Lehrpläne vom Landrat beschlossen werden, es geht nur um den Lehrplan 21. Dieser soll „abgeschossen“ werden. Das ist bei den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen im Landrat völlig klar.

Sollte dieser Fall eintreten, hätten wir ein totales Chaos. In der Primarschule ist der Lehrplan 21 nämlich schon eingeführt. Da die Primarschule nun 6 Jahre dauert, müsste dort ein neuer Lehrplan ausgearbeitet werden. Das würde mehrere Hunderttausend Franken kosten und mehrere Jahre dauern. Und was gilt in dieser Zeit?

Zudem würde sich der Kanton Baselland aus der Bildungsharmonisierung verabschieden. Die Harmonisierung im Bildungswesen wollte aber eine überwältigende Mehrheit der Stimmenden in unserem Kanton.

Lassen wir die Zuständigkeit für die Lehrpläne beim Bildungsrat und sorgen dafür, dass unsere Schule nicht zum Spielball der Politik wird. Wir sagen deshalb am 5. Juni nein zu dieser Bildungsgesetzesänderung.